Arbeitnehmervertretung des BTB zu Gast in Ellwangen

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v.l.n.r. Gruppenbild Arbeitnehmervertretung BTB, Copyright BTB AN Vertretung

Die Herbstsitzung der BTB Arbeitnehmervertretung führte die Mitglieder des Gremiums in diesem Jahr nach Ellwangen in Baden-Württemberg. Eine umfangreiche Tagesordnung für die zweitägige Veranstaltung wartete auf die anwesenden Gremiummitglieder. Coronabedingt mussten einige Mitglieder ihre Teilnahme kurzfristig absagen.

Als gerngesehene Vertreter nahmen von den kooperierenden Mitgliedsverbänden die Kollegen Rolf Schlichting (BdF) und Helmut Eddicks (BTE) an der Tagung teil. Am zweiten Tag nahm erstmalig der Kollege Herbert Wagenländer für die GIS an der Tagung teil.

Zum Auftakt der zweitägigen Veranstaltung begrüßte der Vorsitzende Peter Thomas Bär die anwesenden Gremiummitglieder und wünschte einen guten Sitzungsverlauf. Anschließend bedankte sich der Vorsitzende bei dem Kollegen Michael Brendle für die Organisation der Tagung vor Ort in Ellwangen. Nach der Verabschiedung des letzten Sitzungsprotokolls berichtete dann Michael Brendle für den erkrankten Bodo Juhnke aus den Aktivitäten der Bundesleitung. Hierbei wurde u. a. zurückgeblickt auf die Jubiläumsveranstaltung des BTB in Würzburg anlässlich seines 60-jährigen Bestehens. Michael Brendle machte insbesondere noch einmal auf die in Würzburg verabschiedete Resolution aufmerksam. In dieser fordert der BTB den Bund, die Länder und die Kommunen nachdrücklich auf, Strategien für eine zielgerichtete Attraktivitätssteigerung der technischen- und naturwissenschaftlichen Verwaltungen herbeizuführen.

Anschließend berichtete Michael Brendle als Mitglied der Bundestarifkommission (BTK) über die aktuellen Themenfelder. Ein Schwerpunktthema war die aktuelle Forderungsfindung für die kommenden Tarifverhandlungen im Bereich Bund und Kommunen. Diese wurden mit einer Erhöhung der Tabellenentgelte um 10,5 %, mindestens jedoch mit 500,-- Euro bei einer Laufzeit von 12 Monaten beschlossen. Inwieweit sich diese Forderungen durchsetzen lassen, werden die Verhandlungsrunden im ersten Quartal 2023 zeigen müssen. Einigkeit herrschte im Gremium darüber, dass die Fachgewerkschaften zukünftig mehr Mitglieder auf die Straße bringen müssen, damit sie ihren berechtigten Forderungen auch den entsprechenden Nachdruck verleihen können. Aus dem Gremium heraus wurde vorgeschlagen, dass im Hinblick auf die in 2024 anstehenden Tarifverhandlungen im Bereich des TV-L, zukünftig die Mitgliederverbände besser in die Forderungsfindung eingebunden werden sollen.

Der zweite Sitzungstag wurde mit einer Verabschiedung eröffnet. Für Michael Brendle war die Sitzung in Ellwangen seine letzte Teilnahme an einer AN-Sitzung. Nach rund 18 Jahren als Vorsitzender und später dann als Mitglied wurde Michael Brendle von dem Vorsitzenden verabschiedet. Peter Thomas Bär würdigte noch einmal die langjährigen Verdienste des Kollegen, der sich wie kein Zweiter innerhalb des BTB für die Belange der Tarifbeschäftigten eingesetzt hat. Als Verabschiedungsgeschenke aus der AN Vertretung erhielt Michael einen flüssigen Gruß (vergorener Traubensaft) aus Rheinhessen, Wildwürste und einen Ausrüstungsgutschein für seine Outdoor-Aktivitäten.

Verabschiedung Michael

Verabschiedung Michael Brendle durch den Vorsitzenden Peter Bär, Copyright BTB AN Vertretung

Erstmalig nahm auch ein Vertreter der GIS an der Tagung der AN Vertretung teil. Der Kollege Herbert Wagenländer gab einen guten Gesamtüberblick auf die Strukturen der „Autobahn GmbH des Bundes”. Hierbei ist die GIS die Interessenvertretung des BTB für die Kolleginnen und Kollegen im Fernstraßenbundesamt und der Autobahn GmbH. Ausdrücklich bedankte sich der Kollege Wagenländer noch einmal bei Michael Brendle für sein persönliches Engagement bei der Erstellung eines Tarifvertrags für die Autobahn GmbH. Auch wusste der Kollege Wagenländer zu berichten, dass seit Gründung der Autobahn GmbH der interne Verwaltungsaufwand durch die Einführung von SAP deutlich gestiegen sei und die Beschäftigten dadurch zusätzlich belastet würden.

Aus dem BdF berichtete der Kollege Rolf Schlichting. Problemtisch sind derzeit insbesondere die unterschiedlichen Rahmenbedingungen für die Beschäftigten in den jeweiligen Bundesländern. Alleine bei den Einstiegsämtern tut sich eine Spanne von EG 9 bis zur EG 12 auf. Hier wäre eine bundeseinheitliche Tarifierung in den Einstiegsämtern wünschenswert.

Der Kollege Helmut Eddicks berichtete kurz über die aktuellen Themen aus dem BTE. Im kommenden Jahr ist für den September ein Gewerkschaftstag terminiert. Altersbedingt werden in den nächsten Jahren rund 30 % der Beschäftigten in den Ruhestand gehen. Hier gilt es frühzeitig, die entsprechenden Lücken zu schließen.

Abgerundet wurde die Tagung mit den Berichten aus den verschiedenen Mitgliedsverbänden. Hierbei ist festzustellen, dass eigentlich alle Mitgliedsverbände mit den gleichen schwierigen Rahmenbedingungen umgehen müssen. Es fehlt an geeigneten Personal und Fachkräften. Freiwerdende Stellen können kaum noch nachbesetzt werden und dies alles vor dem kommenden demografischen Wandel, der auch nicht vor den öffentlichen Verwaltungen haltmachen wird. Daher müssen in den technischen Verwaltungen deutliche Akzente im Tarifbereich gesetzt werden, um dem Fachkräftemangel, der schon jetzt allgegenwärtig ist, zu begegnen.

Der Vorsitzende bedankte sich zum Abschluss der zweitägigen Tagung bei allen Beteiligten für die offenen und konstruktiv geführten Diskussionen. Die nächste Sitzung der Arbeitnehmervertretung wird im Frühjahr 2023 in Sachsen-Anhalt stattfinden.

Für den Text: Peter Thomas Bär