BTB fordert deutliche Verbesserungen ein

  PTB 20200311 003 l

In einer Videokonferenz haben sich Mitglieder der BTB Landesleitung mit Mitgliedern der SPD Fraktion im Landtag von Rheinland-Pfalz getroffen, um mit Blick auf die kommenden Landtagswahlen über die Belange der technischen Fachverwaltung zu diskutieren.

Aus Sicht des BTB RLP war es sinnvoll und wichtig dieses Gespräch zu führen. Erkennbar war, dass unser schriftlicher Appell in Form des Positionspapiers, das an die SPD übermittelt wurde, angekommen ist. Im Namen der SPD Fraktion nahm Herr Schweitzer unser Positionspapier zur Kenntnis und sagte zu, dass bei weiteren politischen Beratungen dies berücksichtigt werden soll. Es wurde deutlich, dass die darin aufgeworfenen Themen in der politischen Arbeit einen wichtigen Stellenwert haben.

Die Forderung aus dem Positionspapier des BTB Rheinland-Pfalz kann die SPD-Fraktion nachvollziehen. Lösungsansätze oder Ideen zur Lösung der vorhandenen und zukünftigen Probleme in den rheinland-pfälzischen Fachverwaltungen waren im Gespräch leider nicht zu erkennen.

In wieweit kurzfristig Verbesserungen, wie Fachkräftegewinnung, Fachkräftebindung, bessere Eingruppierungen, Anhebung der Einstiegsämter, zusätzliche Beförderungs-stellen usw. zu erwarten sind, blieb daher unbeantwortet.

Unsere Forderungen zur Bindung der Fachkräfte und zur Steigerung der Motivation des vorhandenen Personals, kurzfristig zusätzliche Beförderungsstellen und  Haushaltsmittel zur Verfügung zu stellen, mehr Möglichkeiten der Verbeamtung an zu bieten oder die Möglichkeiten der besseren Bezahlung gemäß des TV-L einzuführen, wurden zumindest im direkten Gespräch nicht aufgegriffen.

Kaspar Portz fügte noch an, dass viele ältere Bedienstete seit Jahren gute und sehr gute Leistungen bringen, jedoch nicht befördert werden können, weil entweder die entsprechenden Stellen oder die dafür notwendigen Haushalsmittel nicht zur Verfügung stehen. Dieser Beförderungsstau fällt auch den Nachwuchskräften auf und wirkt sich demotivierend aus.

Tobias Braje verwies auf gute Beispiele der Fachkräftegewinnung, wie das Kombinierte Studium in der Katasterverwaltung und im Bereich der Landentwicklung oder auf das duale Studium beim LBM hin. Dies decke aber nur einen kleinen Bereich ab und wird nicht ausreichen, die vielen frei werdenden Stellen in den technischen und naturwissenschaftlichen Fachverwaltungen des Landes nach zu besetzen. Hierzu bedarf es einer ganzheitlichen Strategie, doch diese ist im Land Rheinland-Pfalz nicht erkennbar.

Herr Schweitzer verwies darauf, wie wir es in allen Gesprächen immer wieder hören, dass das Land doch ein sehr familienfreundlicher Arbeitgeber sei.

Hier mag das Land einmal Vorreiter gewesen sein, aber mittlerweile, so merkte der Landesvorsitzende Axel Weyand an, hat uns hier die freie Wirtschaft bereits den Rang abgelaufen.

Solange neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Dienst eine Realität vorfinden, die nichts oder nur wenig mit dem ausgeschriebenen Profil zu tun hat, das selbständige Arbeiten erschwert wird und es keine funktionierende Einarbeitung bzw. Unterstützung gibt. Ältere Kolleginnen und Kollegen von den schwierigen Beförder-ungssituationen, ewigen Wartezeiten bei Höhergruppierung und geringen beruflichen Perspektiven berichten müssen, werden viele neue Kolleginnen und Kollegen dem öffentlichen Dienst auch wieder den Rücken zukehren.

Sofern es weiterhin zu wenig Ausbildungsstellen, keine gute vorausschauende und leistungsbezogene Einstellungs- sowie Beförderungspolitik gibt, man keine klar erkennbare und definierte Fortbildungsqualifizierung anbietet, neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nur unzureichend betreut werden und den Bediensteten keine klaren Aufstiegsmöglichkeiten aufgezeigt werden, wird es aus Sicht des BTB keine nach-haltige Personalentwicklung geben.

Hier muss die Politik die Hausaufgaben machen. Es bleibt zu hoffen, dass dieses Gespräch in dieser Beziehung etwas bewirkt hat.

Konsens bestand zwischen den Gesprächsparteien betreffend der hohen Leistungs-bereitschaft, der Arbeitsqualität und Flexibilität bei den Kolleginnen und Kollegen in den öffentlichen Fachverwaltungen während der Corona-Pandemie. Ohne die Kolleginnen und Kollegen, so Herr Schweitzer, hätte und würde man diese schwierigen Zeiten nicht überstehen.

Teilnehmer von Seiten der SPD Fraktion waren Tanja Machalet, Anna Köbberling, Alexander Schweitzer, Thomas Wansch und Stephan Engel. Von Seiten des BTB nahmen Kaspar Portz (FG Landbau/ Weinbau), Tobias Braje (FG Vermessung) und Axel Weyand (Landesvorsitzender) teil.