Gemeinsamer Gewerkschaftstag der Fachgruppen Landentwicklung und Landbau in Grolsheim am 4. Mai 2006 war ein voller Erfolg.
Die
Mitgliederversammlung der Fachgruppe Landentwicklung: Bei den anschließenden Neuwahlen des Fachgruppenvorstandes wurden der Vorsitzende Dietmar Petry und die Beisitzer Karlheinz Christian, Michael Fabig, Peter Kranz und Schatzmeister Thomas Keller jeweils mit großer Mehrheit in ihren Ämtern bestätigt. Für die auf eigenen Wunsch ausscheidenden Vorstandsmitglieder Peter Stephani und Gregor Kien wurden Dominik Müller und Knut Bauer neu in den Vorstand gewählt.
Die Versammlung fasste im weiteren Verlauf einen wichtigen Beschluss, der aus der zurückliegenden Agrarverwaltungsreform resultiert: Die Verschmelzung der beiden Fachgruppen Landbau und Landentwicklung soll beim nächsten gemeinsamen Fachgruppentag im Jahre 2010 vollzogen werden. In den kommenden vier Jahren wird die Kooperation beider Fachgruppen im bisherigen Rahmen fortgesetzt. Die gemeinsame Wahrnehmung von wichtigen Terminen, die gemeinsamen Vorstandssitzungen und die intensive Zusammenarbeit der Fachgruppenvorsitzenden werden ausgebaut. Ein weiterer, auch mit großer Mehrheit angenommener Sachantrag beauftragt den BTB ein Konzept der Personalnachführung und dessen Umsetzung in allen technischen Bereichen bei den verantwortlichen Stellen einzufordern.
Besonders hob er die Aktivitäten zur Kooperation mit der Fachgruppe Landentwicklung hervor, die nach der letzten Agrarverwaltungsreform verstärkt wurden. Neben den zwei gemeinsamen Fachtagungen 1998 und 2002 hat sich auf Vorstandsebene eine für alle Beteiligten vorteilhafte, intensive Zusammenarbeit entwickelt. Ebenso ging er ausführlich auf die einzelnen Besprechungen mit Behördenvertretern ein. Die Gespräche zur Beförderungssituation in den verschiedenen Behörden haben zum Teil Wirkung gezeigt. Bei der ADD blieb leider die Forderung nach einer zusätzlichen Beförderungsstelle im A 12-Bereich bisher ohne Wirkung. Der anschließende Bericht des Kassierers, Herr Hermann Aumann, erläuterte die momentane Finanzsituation der Fachgruppe. In den letzten Jahren hat sich die Rücklage zwar nur leicht, aber stetig erhöhen lassen, da der Vorstand sehr zurückhaltend bei den Ausgaben war. Die Kassenprüfer hatten die Kassenführung geprüft und auf Entlastung des Vorstandes plädiert. Im Rahmen der Aussprache wurde aufgrund der guten Finanzlage eine zweitägige Besprechung zur weiteren Fortführung der Fachgruppenarbeit und eventuellen Kooperation angeregt. Hierzu sollen alle Mitglieder der Fachgruppe eingeladen werden. Mögliche Veranstaltungsorte könnten die DBB-Akademie oder die Einrichtung der katholischen Kirche in Kyllburg/St. Thomas sein. Eventuell könnte auch eine Fahrt zum EU-Parlament in Brüssel bei Selbstbeteiligung der Mitglieder in Frage kommen. Der Vorstand wird sich diesbezüglich bemühen. Nachdem ein Fachgruppenmitglied den Antrag auf Entlastung stellte, kam die Mitgliederversammlung diesem Wunsch durch einstimmiges Votum nach. Der
Vorstand stellte sich komplett zur Wiederwahl. Kassierer, Hermann Aumann
bemerkte jedoch, dass er in zwei Jahren aus dem aktiven Dienst
ausscheidet und daher frühzeitig ein Nachfolger ins Amt eingeführt
werden sollte. Herr Günter Grimbach stellt sich hierfür zur Verfügung
und wurde daraufhin einstimmig als zusätzliches Mitglied
in den Vorstand gewählt. Herr
Aumann wird die Übergabe der Kassengeschäfte mit Herrn Grimbach für
das Jahr 2008 vorbereiten. Seit zwei Jahren gibt es, wie im Geschäftsbericht des 1. Vorsitzenden Kaspar Portz ausgewiesen, verstärkte Bemühungen zur Kooperation mit der Fachgruppe Landentwicklung, nachdem schon vor acht Jahren der erste gemeinsame Fachgruppentag durchgeführt worden war. Diese Aktivitäten sollen weitergeführt werden mit dem Ziel auf eine Verschmelzung der beiden Fachgruppen in 2010 hinzuarbeiten. Der Vorstand erhielt diesen Auftrag unter der Prämisse, dass die durch die bisherige Fachgruppenarbeit gut vertretenen Kleingruppen wie Weinkontrolleure und Kammermitarbeiter weiterhin gut vertreten werden. Hier sind die Modalitäten zwischen den Fachgruppenvorständen auszuhandeln. Die
Fachvorträge:
(v.l.n.r.: Elke Kiltz,
Thomas Auler, Heinz-Hermann Schnabel) Die Grußworte der Abgeordneten wurden von kurzen Redebeiträgen des BTB - Landesvorsitzenden Karl-Heinz Boll und des BTB - Bundesvorsitzenden Bernd Niesen eingerahmt. Bernd Niesen ging in seinem Grußwort auf die agrarpolitischen Äußerungen der Landtagsabgeordneten ein und zeigte die Mängel der geplanten Föderalismusreform auf.
(Prof. Lorig am
Rednerpult) Zum Abschluss der Vortragsreihe trat dann als besonderer und weit gereister Ehrengast Herr Friedrich Wilhelm Graefe zu Baringdorf ans Rednerpult. Er ist stellvertretender Vorsitzender des Agrarausschusses im Europäischen Parlament und referierte zum Thema „Einfluss der europäischen Agrarpolitik auf die Landwirtschaft und die Landwirtschaftsverwaltung in Rheinland-Pfalz“.
Mit den beiden letztgenannten Fachvorträgen erlebte die Versammlung eine interessante Kontroverse. Während Professor Lorig die im Mainzer Ministerium entwickelten zukünftigen Arbeitsschwerpunkte für unsere Verwaltung vorstellte, bremste Graefe zu Baringdorf diese Zuversicht für unsere Verwaltung ab und erläuterte aus europäischer und finanzpolitischer Sicht, dass es in Zukunft nicht gut mit der Finanzausstattung unserer Verwaltung aussehen werde. Bundeskanzlerin Angela Merkel hätte in Brüssel zur Rettung des EU-Haushaltes große Zugeständnisse gemacht, die u.a. zulasten der Landentwicklung in Deutschland gehen werden. Herr
Graefe zu Baringdorf forderte eine Neuorientierung in der Agrarpolitik
bzw. bei den diesbezüglichen Steuerungselementen. Eine stärkere
Ausrichtung des Prämiensystems in Richtung Stärkung des ländlichen
Raumes durch Schaffung von Arbeitsplätzen innerhalb der
landwirtschaftlichen Produktion und bei der Vermarktung sind seiner
Meinung nach unabdingbar. Die EU kann den Nahrungsmittelbedarf
nachweislich nicht aus eigener Produktion
sicherstellen, der Bedarf wird zum großen Teil trotz der
sozialen und politischen Problemstellungen und der bestehenden
Hungerproblematik durch Billigimporte aus Entwicklungsländern gedeckt. Die
Gemeinsame Agrarpolitik der EU muss für faire |